Das Leitthema des diesjährigen PM Camps Rhein Main vom 2.-4- Juli 2015 lautet „Management Skills – Skill Management“. Dazu haben wir vor einiger Zeit zu einem Call for Papers aufgerufen.

Für den zweiten Camptag am Samstag hat sich Dr. Klaus Wagenhals angeboten. Klaus ist Industriesoziologe und Organisationspsychologe, hat in vielen Projekten in unterschiedlichen Rollen gearbeitet, war Geschäftsführer einer mittelständischen Beratungsfirma und ist seit 1998 freier Berater in den Bereichen Changeprozesse, Optimierung Projekte/Projektmanagement und Führungskräfteentwicklung.

Klaus wird sich in seinem Impuls-Vortrag zunächst kritisch mit der Frage beschäftigen, ob „Skills“ überhaupt der richtige Begriff ist oder ob man nicht doch besser von „Kompetenzen“ sprechen sollte. Klaus wird zeigen, dass es sich dabei keineswegs um eine akademische Debatte und Wortglauberei handelt.

Aufgrund der Marktentwicklung, des stärkeren Wettbewerbs und des technologischen Fortschritts erhöht sich die Komplexität der Projekte spürbar, ebenso wie das Tempo, in dem Entwicklungen gepusht werden. Gleichzeitig weitet sich der Anteil der Projekt-Arbeit in den Unternehmen und Verwaltungen aus und auch ihre internationale Vernetzung steigt. Diese Trends werden von den Unternehmen mit einer breiten Qualifizierung von Projektmanagern (PM) beantwortet – abzulesen an dem enormen Boom im Bereich der Zertifizierungsindustrie und an der Verbreiterung des Angebots an Fachhochschulen und Universitäten und bei privaten Bildungsanbietern unterschiedlicher Größe.

Parallel dazu schwappt eine Welle in die Projektwelt, die sich auf die Kompetenz-Entwicklung, die Durchführung von Assessments, Potenzialanalysen und die Einführung von Talentmanagement fokussiert. Das Argument dahinter: man müsse den „war of talents“ gewinnen, den demografischen Wandel hinbekommen und junge, fachlich-versierte, belastbare und flexible Menschen für Projektmanagement begeistern. Es wird damit die schon ältere Frage über notwendige Kompetenzen des Projektleiters um klassische Komponenten der HR-Entwicklung erweitert. Offen bleibt dabei, wer für die Ausbildung und Weiterentwicklung der Projektmanager zuständig ist. Sind es die Personal-Abteilungen oder ist das eine weitere Anforderung an die (zukünftigen) Projektmanager selbst (möglichst auch noch auf eigene Kosten – was die „Projekt-Freelancer“ ja eh schon machen).

Im Kern seines Vortrags wird es Klaus um die Frage gehen, wie man sich in einer ständig wandelnden Projektwelt, in der kaum Zeit für herkömmliche, längere Ausbildungsgänge und Präsenztrainings zu sein scheint, diejenigen Kompetenzen und Talente entwickelt, die benötigt werden, um das Projekt zum Erfolg zu führen. Unstrittig scheint dabei zu sein, dass sich der Schwerpunkt verlagern muss: Von den bisher überbetonten fachlich-methodischen Kompetenzen hin zu personalen und sozialen Kompetenzen sowie zu Aspekten des Entrepreneurships. Strittig ist eher, wie dieser Mix aus verschiedenartigen Kompetenzen aus den vorhandenen Qualifikationen und Erfahrungen sowie Potenzialen gewonnen bzw. entwickelt werden kann und wie dabei das Unternehmen mit seiner Projekt-Organisation, seiner Personalentwicklung sowie seinen Führungskräften und Potenzial-Trägern beitragen kann.

Klaus wird den Vortrag anhand eines Praxisbeispiels aus einem Kompetenz-Entwicklungsprozess lebendig gestalten, um eine möglichst kritische Diskussion anzuregen.