Fast regelmäßig vor, nach und während PM Camps kommt die Frage auf: Ist das PM Camp eigentlich ein richtiges Barcamp?

Ein Barcamp unterliegt klaren Regeln: Eine offene Veranstaltung, deren Inhalte von den Teilnehmern selbst ad hoc entwickelt werden. Vorgeplante Session-Inhalte sind verpönt. Fest definierte Vorträge oder gar Keynotes sind nicht vorgesehen – man könnte sagen, sie sind regelrecht verboten. Thematische Einschränkungen gibt es nicht. Barcamps sind oft kostenlos für die Teilnehmer (manche gehen so weit, zu sagen, dass ein Barcamp immer gratis sein muss.). Die Event-Ausstattung oft daher konzeptbedingt recht sporadisch. Anfallende Kosten werden durch Sponsoren getragen.

Wenn wir ein PM Camp betrachten, stellen wir fest, dass die Antwort gar nicht so einfach zu geben ist. (Ich kann hier natürlich nur für das PM Camp Rhein-Main sprechen. Aber ich denke, dass die anderen PM Camps das Thema recht ähnlich sehen.) Das PM Camp ist ein interaktives Event, dessen Konzept sich stark an die Barcamp-Idee anlehnt. Aber wir haben auch ganz klare Abweichungen, die wir bewusst so gestalten.

So ist ein PM Camp natürlich thematisch auf das Thema Projektarbeit festgelegt. Da wir immer versuchen, die Veranstaltung möglichst attraktiv sowohl für PMCamp-Neulinge als auch erfahrene Teilnehmer zu gestalten, ist eine solche (minimale) thematische Orientierung hilfreich. Die Impulsvorträge helfen den Teilnehmern (insbesondere auch den PM Camp-Neulingen), sich auf das Format einzustimmen und Ideen für eigene Sessions zu generieren. Neben den Impulsen finden keine weiteren geplanten Vorträge, um dem Barcamp-Anteil der Veranstaltung möglichst viel Raum zu geben. Ein thematisch fixiertes Programm als Solches gibt es dem zufolge nicht. Dennoch haben wir bei PM Camps und anderen interaktiven Veranstaltungen die Erfahrung gemacht, dass ein rudimentärer Rahmen für die Programmgestaltung für alle hilfreich ist.

Wie klassische Barcamps auch, folgt das PM Camp einigen wenigen Prinzipien und Regeln, die das einzige Ziel haben, den Eventablauf für alle so angenehm und nützlich wie möglich zu gestalten.

Zuletzt das Thema Kosten:

Ein PM Camp ist eine Non-Profit-Veranstaltung. Das ist eine grundlegende Vereinbarung zwischen den PM Camp Teams. Keiner der Organisatoren hat einen finanziellen Vorteil aus dieser Arbeit. Vereinfacht gesprochen ist ein PM Camp jedoch tendenziell etwas „teurer“ als ein themenoffenes Barcamp. Das hat 3 Gründe:

  1. Das PM Camp ist eine Veranstaltung, die alle Projektarbeiter ansprechen soll, nicht nur die „Barcamp-Fans“. Wir wollen daher das PM Camp nicht ganz so rudimentär gestalten, wie es oft genau der Charme anderer Barcamps ist. Der Network-Abend ist eine hervorragende Gelegenheit, Themen des Tages zu diskutieren, neue Kontakte zu knüpfen und alte aufzufrischen.
  2. Die Zielgruppe eines PM Camps ist recht eng: eigentlich ein Traum jedes Sponsors. Allerdings sind PM Camps im Vergleich mit anderen Barcamps eher klein. Die Kosten pro Kontakt für einen Sponsor sind daher relativ hoch, was die Euphorie mancher Sponsoren dann wieder relativiert. Denn sind wir einmal ehrlich: ein „guter“ Sponsor hat Produkte und Leistungen im Angebot, die für die Eventteilnehmer und Interessenten relevant sein könnten und erwartet im Gegenzug berechtigter Weise eine gewisse Sichtbarkeit in der Community. Insofern ist die Sponsorensuche oft nicht ganz einfach und verlagert einen Teil der Kosten auf die Tickets.
  3. Die No-Show-Quote (Ticketinhaber, die einfach nicht erscheinen) liegt bei kostenlosen Veranstaltungen oft deutlich über 50%.   mehr als die Hälfte der angemeldeten Teilnehmer taucht einfach kommentarlos nicht auf. Zum einen beinhaltet dies für die Veranstaltungsplanung (Catering, Abendveranstaltung, usw.) ein immenses Risiko, das nur abgefedert werden kann, wenn man Dinge wie die Networking-Party konsequent weglässt. Zum Anderen ist es gegenüber Sponsoren schlicht unfair, wenn nur die Hälfte der geplanten Teilnehmer tatsächlich anwesend ist, da dann die erwartete (und vertraglich vereinbarte) Gegenleistung (nämlich die Sichtbarkeit) seitens der Organisatoren nicht erbracht werden kann. Wir setzen daher ganz bewusst auf nicht kostenfreie Tickets; das Teilnehmerfeedback hinzu ist bisher durchweg positiv.

Diese Faktoren führen dazu, dass die PM Camp-Teilnahme einen relevanten Geldbetrag kostet. Natürlich achten wir darauf, dass jeder, den das Thema tatsächlich interessiert, sich das Eventticket auch leisten kann. Großzügige Storno- und Tauschregeln sorgen zusätzlich dafür, dass niemand ein umkalkulierbares Risiko eingehen muss. Es kommt bei uns daher nahezu nie vor (bisher in einem einzigen Fall seit 2013), dass Tickets ungenutzt verfallen. Ein PM Camp ist somit ein verlässlicher Partner sowohl für Teilnehmer als auch für Sponsoren. Uns als Orgateam ist genau das extrem wichtig.

Fazit:

Ist ein PM Camp nun ein „richtiges“ Barcamp?

Genau genommen eigentlich nicht. Aber wie immer ist die Welt nicht schwarz/weiß, sondern irgendwie „grau“ (oder in unserem Fall hellblau).

  • Wer sich für Projektarbeit interessiert, wird viele spannende Inhalte finden.
  • Wer ein Barcamp erwartet, wird sicher nicht enttäuscht.
  • Und wer „nur“ eine etwas (na gut… DEUTLICH) andere PM-Konferenz besuchen möchte, ist bei uns auch goldrichtig.

Das Wichtigste ist aber: Ein PM Camp muss man live erleben. Am Besten am 2.-4.6.2016 das PM Camp Rhein-Main in Frankfurt oder natürlich eines der anderen tollen PM Camps in D-A-CH oder Barcelona.

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